Bauwerksüberwachung: Der Gamechanger
Glasfaser das Medium von heute für die Zukunft von morgen.
Als Gesellschaft für Geomechanik und Baumesstechnik dreht sich bei uns alles um die Bauwerksicherung und Überwachung der strukturellen Integrität mittels Monitorings und passenden Datenmanagement in Verbund mit dem Gewerk der Geodäsie, die allerdings andere machen.
Es ist immer wieder erstaunlich, wie wenig in der Fachwelt der Baubranche und in der Welt der Gutachter über die Glasfaser als Messmedium bekannt ist. Die „deutsche Glasfaser“ kennt jeder, aber dass dieses standardisierte Medium viel mehr leisten kann, als nur Daten zu übertragen, ist unbekannt. Ja, da war mal was, ganz sicher sogar, denn es wurde in den letzten drei Jahren Unmengen an Veröffentlichungen herausgegeben die eigentlich genau das, was ich sage und predige, bestätigen.
Die Glasfaser ist die Zukunft der statischen Überwachung struktureller Integrität, weil sie genau das misst, was ein Gutachter wissen muss, um seine Rechenmodelle angleichen zu können damit die Theorie und Praxis zusammen zu führen und abzugleichen. Und… Die Glasfaser ist Gegenwartstechnologie.
Seit über 40 Jahren wird zu diesem Thema geforscht, Instrumentierungsversuche vorgenommen Messgeräte entwickelt und mit teuersten Methoden versucht das System zu verstehen. Auch Messergebnisse interpretierbar zu machen.
Alles, was aus diesen Vorhaben übriggeblieben ist, ist die Erkenntnis“ Glasfasermessung ist teuer“. Und damit auch aus Fokus eines Technikers verdrängt. Während andere Ingenieurdisziplinen dynamische Tragflächenverformungen am Airbus, Raketentriebwerke Der ESA, Gleisverwindungen bei der Bahn-Infrastruktur oder einfach nur punktuelle Dehnungen mittels Glasfaser erfassen, hinkt die Baubranche dieser Technologie hoffnungslos hinterher oder nimmt sie für sich einfach nicht in Anspruch.
Immer wieder begegnen uns Geodäten, die in ihrem Fach ungeschlagen gut sind und auch versuchen, Baumesstechnik anzuwenden, wenn der AG das fordert. Aber die Ergebnisse daraus bleiben wie so oft entweder unbewertet oder einfach nur aussagelos in der Schublade des Vergessens archiviert. Letztendlich kann man für einen vorgeschriebenen Kostensatz von 40 Euro/Stunde auch nicht mehr verlangen, schon gar keine Kernkompetenz auf interdisziplinärer Ebene.
Die Frage bleibt das Mysterium: Warum ist das so? Warum ist es so unglaublich schwer Spitzentechnologie und unbeschreiblichen Mehrwert preiswert dort einzubringen, wo sie dringend geordert ist. Warum will ein Bauingenieur das nicht erkennen? Ist das Gleichgültigkeit?
Die Antwort leicht und bequem: Weil es nicht erforderlich ist! Die Baubranche ruht sich per Gesetz gemächlich auf Sichtprüfungen, Rechenmodellen und Vorhersagen aus dem Mittelalter bis zur späten Neuzeit aus. Weil es hierzu keine Verpflichtung gibt. Ein wenig FE-Modell aus den 80ern hier, ein wenig Statik und Werkstoffkunde da. Am besten viele Referenzen zu einem bestimmten Thema, ohne weiter hinter die Kulissen und Ergebnisse zu schauen.
Wir suchen händeringend den Gutachter, die Verantwortungsperson, die sich selbst und einen theoretischen Ansatz auch mal selbst in Frage stellt, finden ihn aber nicht.
Ich kann abschließend nur sagen: „Liebe Kollegen der Baubranche, wenn Sie wüssten, was ich messe, hätte die Zukunft der Infrastrukturen eine Chance auf Langlebigkeit und Nachhaltigkeit.
Auch wenn Unternehmen wie wir das zum tausendsten Mal sagen müssen, frage ich mich tatsächlich, wie ich die Informationen hierzu und den aus unserer Sicht notwendigen Schritt dieses Thema durchgängig in Betracht zu ziehen, an den Mann oder an die Frau bringe, die schon immer das wissen wollten, was wir messen können.
Ein spannendes Thema, wir bleiben dran.
